Im heutigen Artikel möchte ich über ein Thema reden, dass mir persönlich sehr am Herzen liegt. Es geht heute um Leadership-Prinzipien. Ich bin der Meinung, dass die Führungskultur in vielen Unternehmen nicht mehr auf dem neuesten Stand ist und es einen großen Veränderungsbedarf gibt. Noch klarer wird die Dringlichkeit eines Umdenkens, wenn man einen Blick auf den Gallup-Engagement-Index wirft. Für den Gallup-Engagement-Index werden jedes Jahr Arbeitnehmer zu der emotionalen Bindung an ihren Arbeitgeber befragt. Das Erschreckende, nur 13% der Arbeitnehmer empfinden eine hohe Bindung an ihren Arbeitgeber. Die restlichen Arbeitnehmer haben entweder schon innerlich gekündigt oder machen nur noch Dienst nach Vorschrift. Im weiteren Verlauf der Studie wurden die Gründe für eine hohe Bindung analysiert. Die Ergebnisse sind eindeutig, wer eine starke Bindung zu seinem Arbeitgeber spürt, gibt zu 66% an einen motivierenden Vorgesetzten zu haben. Mitarbeiter, mit einer schwachen bzw. sehr schwachen Bindung, geben nur mit 15% bzw. 3% an einen motivierende Führungskraft zu haben.

Fazit: Zumindest in Deutschland lässt sich eine schlechte Leadership-Kultur erkennen, die eine geringe Motivation der Mitarbeiter zur Folge hat. Dies führt zu enormen wirtschaftlichen Schäden, da Mitarbeiter durch Demotivation nicht ihr volles Potenzial abrufen.

Nun wollen wir uns der Frage widmen, wie ein guter Leader agiert und mit welchen Werten er seinen Mitarbeitern begegnet. Deshalb habe ich für Dich, die meiner Meinung nach 10 wichtigsten Tipps zusammengestellt, damit Du Deine Mitarbeiter mit Erfolg führen kannst und wir auf diese Weise der negativen Leadership-Kultur entgegen wirken können.

1. Selbstführung

Wenn du jemanden führen möchtest, so lerne erst dich selbst zu führen. (You cant’t lead others if you can’t lead yourself) Wenn Du Deine Leadership Fähigkeiten ausbauen möchtest, musst du erst einmal an dir Selbst arbeiten. Zur Sellbstführung gehören Selbsterkenntnis, Authentizität und Sinnstiftung. Wer eine gute Führungskraft werden möchte braucht zumindest eine Vision, hinter der er integer stehen kann. Allerdings beginnen hier oft die Probleme, da in großen Firmen Sinn und Vision oft zu kurz kommen bzw. nicht ersichtlich sind. Dennoch sind dies notwendige Voraussetzungen für intrinsisch motivierte Mitarbeiter, denn wenn die Führungskraft nicht an das glaubt wofür sie jeden Tag arbeitet und aufsteht, dann erst recht nicht die Mitarbeiter. Ein noch drastischer Fall entsteht, wenn die Führungskraft einzig Führungskraft wegen des Firmenwagens und dem schicken Titel auf der Visitenkarte ist, dies führ zwangsläufig zu einem unwirksamen Leadership-Stil.

Zusammenfassung: Know your why!

2. Das Prinzip der Leadership-Entwicklung

Das Prinzip der Leadership-Entwicklung geht noch tiefer auf das erste Prinzip ein. Es besagt, dass Leadership Qulitäten jeden Tag aufgebaut werden müssen  und  es keine Lerngrenze gibt. Sprich: Du lernst als Leader nie aus. Nur wer kontinuierlich lernt und sich weiter bildet, kann langfristig eine erfolgreiche Führungspersönlichkeit werden. Dabei musst Du zwischen praktischen und theoretischen Elementen unterscheiden. Erfolg wirst Du nur haben, wenn Du beide vereinst. Fange an die einschlägige Sachliteratur über das Thema Führung zu lesen, aber nehme auch regelmäßig an Führungskräftetraining teil bzw. entwickle einen hohen Grad der Selbstreflexion, um alltägliche Situationen zu analysieren, um daraus zu lernen.

Zusammenfassung: Es gilt wie bei jeder Fähigkeit, die man perfektionieren möchte; Der Weg ist das Ziel und Faulheit schlägt Talent.

3. Das Prinzip vom festen Boden

Einer der wohl wichtigsten Eigenschaften einer erfolgreichen Führungskraft ist es, dass sie das Vertrauen ihrer Mitarbeiter hinter sich hat. Wer das Vertrauen seiner Mitarbeiter gewinnen möchte baucht drei Eigenschaften: Kompetenz, Kooperation und Charakter. Wobei der Charakter wiederum durch Beständigkeit, Potenzial und Respekt beschrieben werden kann. Natürlich ist der Charakter nur begrenz wandelbar, allerdings kann jeder an Eigenschaften wie Verlässlichkeit oder dem Eingestehen von Fehlern arbeiten. Ein Leader, der nicht zu seinem Wort steht oder sich keine Fehler eingestehen kann, wird nicht ernst genommen und kann somit nicht als wirksame Führungskraft agieren. Das Vertrauen ist eine notwendige Voraussetzung für einen erfolgreichen Leadership Stil, allerdings gehört noch etwas mehr zu motivierten Mitarbeitern dazu.

Leadership mit festen Boden

4. Prinzip der Beziehung

Pflege eine gute Beziehung zu Deinen Mitarbeitern. Deine Mitarbeiter sind im Idealfall wie Freunde oder sogar wie Familie für dich und für Freunde und Familie steht man ein. Aus diesem Grund ist es Deine Aufgabe eine positive Beziehung zu Deinen Mitarbeitern aufzubauen. Zolle diesen also Respekt und Wertschätzung. Das impliziert, dass Du Deinen Mitarbeitern zuhörst und regelmäßig Gespräche mit diesen führst, sowie ein Miteinander auf Augenhöhe. Ein Miteinander auf Augenhöhe bedeutet auch den Einbezug von Mitarbeiter Meinungen und Feedbacks. Es reicht nicht nur seine Vision mit seinen Mitarbeitern zu vorzuleben, eine wirksame Führungskraft lässt sie auch daran teilhaben und mitentscheiden. Das liegt an dem Umstand, dass Menschen wesentlich motivierter sind, wenn Sie das Gefühl haben sich bewusst für eine Vorgehensweise oder Verhalten entschieden haben.

Tipp: Um diese Fähigkeiten zu schärfen wirst Du eine Menge Selbstreflexion benötigen. Oft ist es jedoch alleine kaum möglich aus seinen eingefahren Handlungs- und Gedankenmustern rauszukommen. Aus diesem Grund können Leadership Coachings eine großartige Möglichkeit sein, gemeinsam mit einer außenstehenden geschulten Person, an solchen Eigenschaften zu arbeiten.

5. Prinzip der Prioritäten

Dieses Leadership Prinzip betrachtet die Fähigkeit einer Führungskraft die Dinge zu erkennen, die wichtig sind. Zu tun gibt es in der Arbeitswelt immer genug, allerdings verbringen viele Menschen ihren Arbeitstag damit, ineffektive Dinge zu erledigen.

Nach dem Pareto-Prinzip bringen 20% der Aufgaben  80% des Umsatzes. Eine gute Führungskraft ist sich diesem Prinzip bewusst und hält Ausschau nach diesen 20%, um dementsprechend den Ressourcenfokus auf diese Aktivitäten zu legen.

6. Prinzip des Realismus

Was soll nun die optimale Führungskraft sein? Optimist, Pessimist oder Realist? Der Optimist verschweigt Probleme, der Pessimist geht sie gar nicht erst an und der Realist wird ein mit Problemen gespicktes Arbeitsumfeld vorfinden, das ebenfalls demotivierend erscheint. Wie so oft geht es um die goldene Mitte. Um langfristig hohe Ergebnisse zu erzielen braucht ein Leader eine hohe Selbstwirksamkeit. Selbstwirksamkeit bedeutet nichts anderes, als die Gewissheit einer Person, auch schwierige Situationen durch die eigenen Fähigkeiten zu bewältigen. Ein wirksamer Leader ist sich also den vielen Problemen in der Business Welt bewusst. Im Prinzip ist es auch falsch mit Problemen immer etwas Negatives zu assoziieren, denn Erfolg kommt einzig und allein durch das Lösen eines Problems. Aus diesem Grund muss eine Führungskraft selbstbewusst den Problemen gegenübertreten und das Ganze als Spiel oder als Herausforderung sehen. Nur so wird sie langfristig Erfolg haben.

Zusammenfassung: Bei Problemen hilft dranbleiben. Oft ist es so, ob man es gut heißt oder nicht, dass Kompetenz nicht unbedingt Selbstsicherheit bedingt, sondern eher die Selbstsicherheit die Kompetenz. Aus diesem Grund sollte ein kompetenter Leader sich den Problemen mit einem realistischen Optimismus nähern.

7. Fördern und Fordern

Selbstständige Mitarbeiter sind die besten. Um Eigenverantwortliche Mitarbeiter hervorzubringen musst Du als Führungskraft diese entsprechend fördern. Das heißt, dass du für jede Person in Deinem Team ein individueller Mentor sein musst. Des Weiteren müssen Deine Mitarbeiter gefordert werden, Du musst also lernen Verantwortung an andere Personen abzugeben. Falls Du nur einfache und wenig herausfordernde Aufgaben delegierst langweilst Du Deine Mitarbeiter schnell und in Kombination mit engen Richtlinien, kann auch dieser Zustand zu Stress bei Deinen Mitarbeitern führen.

Zusammenfassung: Für Dich als Leader ist es also unabdingbar Deine Mitarbeiter zu kennen, nur so kannst Du ihr Potenzial einschätzen und ihnen angemessene Aufgaben zukommen lassen. Dieses Prinzip setzt also voraus, dass Du eine gute Beziehung zu Deinen Mitarbeitern pflegst. Zudem solltest Du im regelmäßigen Kontakt mit Deinen Mitarbeitern stehen, um bei Problemen sofort helfen zu können. Je wirksamer Deine Mitarbeiter sind, desto wirksamer ist Dein Leadership-Stil.

 

8. Stärkenorientierter Leadership Stil

Viele Führungskräfte achte nur auf die Fehler bzw. auf die negativen Seiten ihrer Mitarbeiter. Zum Beispiel werden Fortbildungsmaßnahmen nur dazu eingesetzt, um die Schwächen der eigenen Mitarbeitern zu kompensieren. Allerdings muss ein guter Leader zwar auch die Schwächen seiner Mitarbeiter kennen, doch vor allem ihre Stärken. Wenn die Stärken bekannt sind muss die Führungskraft die Mitarbeiter entsprechend ihrer Stärken einsetzten und diese auch fördern. Die Stärken seiner Mitarbeiter herauszufinden setzt neben guter Menchenkenntnis auch eine gute Beziehung zu diesen voraus. Allerdings gibt es auch Möglichkeiten die Stärken seiner Mitarbeiter durch einen Persönlichkeitstest zu analysieren.

9. Aufbau eines ergebnisorientierten Networks

In den vorherigen Prinzipien kristallisierte sich bereits heraus, dass die Beziehung zu Deinen Mitarbeitern und der stärkenorientierte Einsatz dieser essenziell für Deinen Leadership Erfolg sind. Allerdings ist nicht nur Beziehung zu teaminternen Personen wichtig, sondern auch zu externen Personen. Du musst also lernen Dir wichtige Kontakte warm zu halten, denn Kontakte sind wie Pflanzen, die gehegt und gepflegt werden müssen. Falls Du Dich im Moment in einer Leadershiprolle befindest, solltest Du einmal für Dich reflektieren, ob Du wichtige Kontakte pflegst und ob Du Dich für einen angenehmen Geschäftspartner hälst. Falls Du extreme Probleme in diesem Bereich hast oder Dich weiterbilden möchtest, wirf doch einmal einen Blick auf das Buch “Wie man Freunde gewinnt“.

10. SMART Prinzip

Das SMART Prinzip befasst sich mit der richtigen Zielsetzung für einen erfolgreichen Leadership Stil. Dieses Prinzip kannst Du verwenden für Deine eigene Zielsetzung, aber auch für Zielsetzungsgespräche mit Deinen MItarbeitern. Wofür steht SMART? Ein Ziel muss:

  1. spezifisch” sein. Heißt es darf kein varger Wunsch sein.
  2. messbar” sein. Ein einfaches Beispiel: Du möchtest eine bestimte Summe x verdient haben.
  3. akzeptiert” sein. Das Ziel sollte für Dich attraktiv sein und Du oder Dein Mitarbeiter sollte zu 100 % dahinter stehen. Daher ergibt es auch Sinn ein Ziel gemeinsam mit Deinem Mitarbeiter zu vereinbaren, damit dieser sein Ziel absolut akzeptiert.
  4. realistisch” sein. Zwar sind schwierige Ziele nichts schlechtes, allerdings dürfen Sie nicht den Realitätsbezug verlieren. Zu hohe Ziele können schnell demotivierend sein oder zu enormen Stress bei Dir oder Deinen Mitarbeitern führen.
  5. terminbezogen” sein. Um nochmal auf das obige Beispiel zurückzukommen, wäre ein terminbezogenes Ziel: Du möchtest eine bestimmte Summe x bis zum 09.10.18 verdient haben.

Achte darauf, dass Du Dir regelmäßig Ziele setzt und in bestimmenten Abständen zusammen mit Deinen Mitarbeitern deren Ziele ausarbeitest. Zudem solltest Du in  Gesprächen den Zielfortschritt mit Deinen Mitarbeitern abklären und gegebenenfalls auf Änderungen reagieren.

Und damit soll es das für heute, mit dem Thema Leadership, auch schon gewesen sein. Ich hoffe euch hat das Thema gefallen, mal etwas abseits vom Online Bereich. Falls ihr mehr über den Themenbereich erfahren möchtet, schreibt das doch gerne in die Kommentare. Ich wünsche euch noch ein erfolgreiches Wochenende.

Euer Cedric von Online Empire

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