DropShipping

Momentan beschäftigt sich Online Empire mit dem Thema DropShipping. Da es zum jetzigen Zeitpunkt wohl kaum ein kontroverseres Thema im Online-Marketing Bereich gibt, wollen wir Dir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse nicht vorenthalten. In diesem Artikel erfährst Du alles über den Einstieg ins DropShipping und welche Hürden am Anfang zu nehmen sind. Zunächst konzentrieren wir uns auf eine reine Beschreibung der verschiedenen Schritte und Vorgehensweisen. Der nächste Artikel aus der Reihe E-Commerce wird dann die Schatten Seiten des DropShippings beleuchten und härter mit den Praktiken deutscher Online Marketer ins Gericht gehen.

Was ist DropShipping überhaupt?

DropShipping ist ein Handelsmodell, bei dem Du als Vermittler zwischen einem Hersteller und einem Kunden fungierst. Der wohl am meisten genannte Vorteil ist, dass die Lagerung entfällt. Sprich im Gegensatz zum Amazon FBA musst Du dich nicht um ein Lager kümmern. Wenn Dein Kunde eine Ware bei Dir bestellt leitest Du die Kontaktdaten einfach an Deinen Händler weiter und dieser schickt die gewünschte Ware zu Deinem Kunden. In den meisten Fällen beziehst Du Deine Bestellung aus dem Ausland, um sie dann in Deutschland zu verkaufen.

Die Produkte Deines Händlers bietest du in einem Deiner Online Shops an. Du brauchst also ein Programm mit dem Du Deine Shops aufsetzen kannst. Die am häufig genutzten Shop-Systeme sind Shopify und WooCommerce. Die Systeme stellen beim DropShipping die ersten Ausgabequellen dar. Shopify verlangt nach einer zwei wöchigen Testphase eine monatliche Gebühr und erhebt prozentualen Anspruch auf deine Umsätzen. WooCommerce ist zwar ein kostenloses WordPress-Plugin, allerdings kommst Du nicht umher dir bestimmt Erweiterungen oder Themes zu kaufen.

Wo liegt der Mehrwert?

Du schaffst Mehrwert, indem du die Reichweite Deines Lieferanten durch das Angebot in einem Deiner Shops erhöhst. Zudem besteht die Möglichkeit, dass du die Artikel deines Herstellers vorstellst oder themenrelevante Blogs auf deinem Shop veröffentlichst. Du kannst des Weiteren auch Besucher auf Deinen Shop leiten, indem Du Facebook-Ads schaltest oder für bestehende Kunden einen E-Mail Newsletter anlegst. Für diesen Mehrwert den Du lieferst  kannst Du natürlich eine Marge einstreichen; Du verkaufst die Produkte in Deinem Shop teurer als sie Dein Händler anbietet.

 

DropShipping

 

Erste Schritte: Die Wahl des richtigen Produktes

Die Wahl des richtigen Produktes erfolgt ähnlich wie eine Keyword-recherche bei Google. Mit dem Unterschied, dass Google Suchanfragen alleine kein hinreichendes Kriterium für ein gutes DropShipping-Produkt sind. Die wohl bekannteste Anbieter-Plattform für DropShipping ist Alieexpress. Diese Handelsplattform beinhaltet meist Produkte und Händler aus dem asiatischen Raum. Einen ersten Eindruck, über das was gekauft wird, kannst Du Dir verschaffen, indem du einen Blick auf die Bestseller bei Alieexpress wirfst. Wenn Du ein interessantes Produkt gefunden hast, solltest Du es in die Suchzeile eingeben und die Ergebnisse nach Bestellungen sortieren. Auf diese Weise siehst Du schnell welches Produkt bereits wie oft bestellt wurde.

Auf eine Quelle alleine solltest Du Dich natürlich auch nicht stützen. Eine oben angesprochene Google Keywordrecherche darf deshalb nicht fehlen. Ein verlässliches Tool erhältst Du mit dem Kw-Finder. Generell empfiehlt sich, um den Überblick über die Produkte nicht zu verlieren, eine Excel Tabelle anzulegen und alle relevanten Informationen einzutragen. Wichtige Kennzahlen stellen z.B. der SEO-Schwierigkeitsgrad und die CPC dar. Der SEO-Schwierigkeitsgrad sollte unter 45 liegen und die CPC unter 75 ct. Dies sind Indikatoren, ob die Konkurrenz in Deiner Nische zu hoch ist. Am Anfang solltest Du es vermeiden, Dich in einen überfüllten Markt zu stürzen. Falls Du wissen möchtest welche Produkte vor allem im DropShipping angesagt sind lohnt sich ein Blick auf die größte DropShipping Plattform, nämlich wish. Zu guter Letzt raten wir Dir Kennwerte des Online Shops Amazon zu analysieren. Wir haben gute Erfahrungen mit dem verlinkten Tool  gemacht.

Ein weiterer großer DropShipping Anbieter ist bigbuy. Auf bigbuy findest du ebenfalls eine große Auswahl an Anbietern und Produkten.

 

Was sind geeignete Händler?

Nachdem du nun geeignete Produkte gefunden hast, gilt es nun die passenden Anbieter zu finden. Natürlich ist Alieexpress die Plattform mit der größten Auswahl. Allerdings haben Deine Kunden bei Produkten von Alieexpress oft mit hohen Lieferzeiten zu rechnen (3-4 Wochen). Dennoch glänzen Produkte von Alieexpress mit ihrem geringen Preis und dementsprechend mit einer saftigen Marge für Dich. Trotzdem solltest Du Dich nach anderen Händler Alternativen umschauen. Andere Händler Alternativen findest Du vor allem, wenn Du Deine Produkte in anderen Ländern suchst. Um strukturiert vorzugehen lege Dir auch hier eine Händler Datenbank in Excel an, in der Du Internetseiten und Kontaktmöglichkeiten (E-Mail oder Kontakformular) hinterlegst. Erste Kriterien für einen geeigneten Händler sind offensichtlicher der Preis, die Lieferzeit und wie hochwertig die Produktbilder bzw. die Darstellung seiner Produkte aussehen.

Die Kontaktaufnahme  mit den Lieferanten

Nachdem du nun eine Sammlung voll mit Händleradressen hast gilt es natürlich mit diesen Kontakt aufzunehmen. Habe keine Scheu die Händler anzuschreiben und höflich nachzufragen, ob es Interesse an einer DropShipping Kooperation gibt. Behalte hierbei immer im Hinterkopf, dass du den Händlern eine zusätzliche Einnahmequelle anbietest, weshalb viele Händler dem Ganzen positiv gegenüber stehen werden.

Dies gilt zumindest für Händler von Alieexpress, dies ist aber eher der Tatsache geschuldet, dass viele Händler, aus dem nicht-asiatischen Raum, mit dem Begriff DropShipping nichts anfangen können. Deshalb wäre es empfehlenswert, wenn Du in deiner Anfrage kurz erläuterst wie DropShipping funktioniert bzw. wie Du Dir eine Kooperation mit dem jeweiligen Händler vorstellst. Hier will keiner Romane lesen.

Zwar ist es mit Tools wie Oberlo möglich Produkte von Aliexpress, zumindest in Deinen Shopify-Shop, direkt einzubinden.  Allerdings musst Du auch mit diesen Händlern einige Punkte abklären.

Wichtige Fragen die Dir Dein Händler beantworten muss sind unter anderem: „Besteht die Möglichkeit die Produktbilder und Produktinformationen zu benutzen?“, „Ist es möglich Bilder von der Verpackung zu erhalten?“, „Besteht die Möglichkeit original Produktbilder zu erhalten?“, „Besteht die Möglichkeit mit PayPal zu bezahlen?“. Diese Frage Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, soll Dir aber einen ersten Eindruck geben worauf es ankommt. Ein weiterer wichtiger Punkt stellt der Umgang mit Retouren dar. Darauf sollte Dir Dein Händler ebenfalls eine Antwort geben. Dieses Thema wollen wir aber in dem nächsten Artikel beleuchten, wenn es um die negativen Aspekte des DropShippings geht.

Die Auswahl der richtigen Händler stellt den essenziellsten Schritt im DropShipping dar, wenn Du unzuverlässige oder zu teure Händler erwischt, setzt Du Deine gesamten Mühen in den Sand. Also lass Dir Zeit bei der passenden Händlersuche und schreibe besser zu viele als zu wenig Händler an.

Die Erstellung des Shops

Nachdem Du nun passende Produkte und geeignete Händler gefunden hast geht es an die Erstellung deines Online Shops. Beachte, dass die Schritte auch parallel erfolgen können. Wie oben beschrieben musst Du Dich für ein Shop System entscheiden. Es gibt noch andere bekannte Shopsysteme, das sind unter anderem PrestaShop und Magento. Eine ausführlichere Beschreibung würde allerdings den Rahmen an dieser Stelle sprengen.

Wir selbst nutzen WooCommerce. Der Vorteil bei WooCommerce liegt darin, dass Du theoretisch direkt mehrere Shops aufsetzen kannst. Wir verwenden, die Erweiterung German Market. . Das Schöne an dieser Erweiterung ist, dass eine Lizenz direkt für fünf Shops eingesetzt werden kann. Falls Du Dir noch unsicher bist welches Shopsystem Du am besten nutzen solltest, kannst Du Dich hier genauer schlau machen. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich Shopify besonders für Einsteiger eignet, insbesondere wenn es um den Produktimport geht. Allerdings bezahlst Du bei Shopify für jeden Shop. Willst Du also direkt mit mehreren Shops durchstarten, um verschiedene Produkte zu testen,solltest Du besser zu WooCommerce greifen.

Fazit

Durch verhältnismäßig geringe Einstiegskosten ist DropShipping ein gutes Geschäftsmodell für Einsteiger. Das heißt aber nicht, dass Du innerhalb von zwei Wochen im Lambo sitzt und alle hübschen Frauen der Welt Dich haben wollen. DropShipping benötigt wie jedes andere Business auch harte Arbeit und spuckt nicht sofort leicht verdientes Geld aus,  nur weil es sich um ein Online Business handelt, sondern ist gerade deswegen kein Kinderspiel. Daher wird sich der nächste Artikel um die Kehrseiten des DropShippings drehen und woran man am Beispiel DropShipping sehen kann, was falsch in der deutschen Online-Marketer-Szene läuft.

 

 

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